Du liebes kleines Geld!

Reihe: Alltagsgeschichten

Es soll ja Menschen geben, die

(a) Kleingeld sammeln, weil sich einerseits im Laufe der Zeit sonst zu viel im Börsel ansammelt (ist lästig!) und andererseits ist eine Kleingeld-Reserve immer gut (Klassiker: die Zigaretten-Geld-Not!) und die

(b) ihr Konto bei einer Online-Bank haben.

Ich bin so ein Mensch. Und gehe frohgemut mit meinem Kleingeld-Sack zur nächsten Post-/BAWAG-Filiale. Es ist Freitag, 15:15 – nicht die beste Zeit, schon klar, aber das ist ja längst eine automatisierte Angelegenheit, Personal wird nicht benötigt.

Es zählt: Der Automat!

Da steht er dann. Plus einem Info-Schild mit Hinweis über die anfallenden Gebühren. Sehr korrekt, der Mensch = Konsument muss ja informiert werden (Wer will schon einen Rechtsstreit!?) und gratis ist heutzutage nichts. Ist so.

Ich lege die ersten Münzen ein. Der Automat reagiert nicht.

Dann – Erkenntnis: Ich muss wohl erst beim angeschlossenen weiteren Automaten für „Ein-/Auszahlung“ meine Bankomat-Karte einstecken und dem Kasten sagen, dass ich gerne meine Münzen zählen lassen möchte.

Dachte ich. Ist aber nicht so. Der Automat lässt sich das nicht sagen.

Ich reihe mich in der Post-Schalter-Schlange ein. Freundlich ersuche ich um Hilfe. Ich bin ja kein Automaten-Profi, vielleicht habe ich etwas übersehen.

„Naaajo, wonn a nix zöht, is er afoch voi.“

„Äh, wie bitte?“

„Jo, do muaß erst aner von der BAWAG kumman und entleeren. Donn geht‘s wieda!“

„Und wann passiert das?“

„Des waß‘ i net! De kumman net regelmäßig.“

„Aha.“

Ich gehe mit meinen Münzen zur nächsten Bank (Bank Austria).

Vor dem Automat, der sich nicht von selbst entleert (logisch, was dachte ich denn!) – steht hier ein Mann, der gerade seine Münzen zählen lässt. Der Automat rattert. Wunderbar! Hier sollte es klappen.

Ein Bankbediensteter sieht mich fragend an.

„Das geht hier eh auch mit meiner Karte, oder?“ (zeige sie ihm)

„Na, na, Sie miassn‘ scho Bank Austria-Kunde sei‘! De Koartn nimmt a net!“

„Alles klar…“

Du liebes kleines Geld, gar nicht so einfach, Dich loszuwerden! 😉

Probieren wir‘s eben am Montag nochmal!

Happy Weekend!

Österreich wählt. Und am Ende wird gelost?

Bundespräsidenten-Wahl 2016 – Die Zweite

Wir erinnern uns: Am 22. Mai fand die Stichwahl zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer statt. Nach Hochrechnungs-Hin-und-Her, Gleichstand und Warten bis zur Auszählung der Briefwahl-Stimmen war erst am darauf folgenden Montag klar: Der neue Bundespräsident heißt Alexander Van der Bellen. Und dieser „Sieg“ war – Zitat Van der Bellen: „arschknapp“. 30.863 Stimmen gaben den Ausschlag.

Manipulationsverdacht – FPÖ ficht die Wahl an

Heinz-Christian Strache (FPÖ) brachte eine Klage beim VfGH ein, und betonte immer wieder, dass er, Hofer und die FPÖ keine „schlechten Verlierer“ seien. Auch sein Rechtsvertreter, der frühere freiheitliche Justizminister, Dieter Böhmdorfer, erklärte während des laufenden Verfahrens: „Vor allem die Briefwahl sei „missbrauchs- und manipulationsanfällig“. Unser Anfechtungsgegner ist nicht Van der Bellen, er ist genauso ein Opfer wie Norbert Hofer, unser Anfechtungsgegner heißt Bundeswahlbehörde“.

VfGH erklärt Stichwahl für ungültig

Seit heute (1. Juli 2016, 12:00) ist es fix: Die österreichischen StaatsbürgerInnen dürfen bzw. müssen nochmals an die Urne.

Entscheidend für die Aufhebung waren Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung der Briefwahlstimmen in 14 Bezirken. Wie VfGH-Präsident Gerhart Holzinger in seiner Urteilsbegründung ausführte, wurden in diesen Bezirken die Wahlkarten außerhalb einer Sitzung der Bezirkswahlbehörde geöffnet.

Holzinger betonte, dass damit „Rechtsvorschriften verletzt wurden, die unmittelbar auf die Vermeidung von Wahlmanipulationen gerichtet sind. Der VfGH hält aber ausdrücklich fest, dass kein Zeuge Manipulationen wahrgenommen hat“.

Aufgedeckt

In diesem Zusammenhang berichtete auch derStandard am 29. Juni 2016: (…) „Die Mitglieder von 20 Bezirkswahlkommissionen berichteten den Verfassungsrichtern in der Vorwoche von zu früh geöffneten Briefwahlkuverts, von Wahlkarten, die teilweise zu früh, teilweise von Beamten statt von der Wahlkommission ausgezählt wurden. Durchwegs wurden in den Wahlprotokollen dazu falsche Angaben gemacht.“

Und wer hat davon profitiert?

Selbstverständlich – und nicht erst seit dieser Wahl – Medien, Parteien und Meinungsforscher.

Folgenschwerer Ministerial-Erlass

Auch vom VfGH wurde in der Urteilsverkündung insbesondere festgehalten, dass seit 1972 (!)systematisch flächendeckend Wahl-Teilergebnisse von den lokalen Wahlbehörden vor Wahlschluss an die Medien, Parteien und Meinungsforscher weitergegeben wurden“.

Alleine dieser Umstand hätte genügt, um die Wahl für ungültig zu erklären.

Denn damit ist amtlich, dass seit über 40 Jahren, Zwischen-Ergebnisse – trotz „Sperrfrist“ – unter der Hand an Dritte weitergegeben werden, und in Zeiten von Internet und Social Media an die Öffentlichkeit gelangen.

Möglich macht dies ein Ministerialerlass zur Wahlordnung, der von Beginn an verfassungswidrig war, wie seit heute bekannt ist.

Das ist der eigentliche Skandal, den Politiker, verantwortliche Beamte und alle Nutznießer nun gefließentlich unter den Teppich kehren.

Dennoch ist ein „Erfolg“ zu verbuchen: Künftig wird es unmittelbar nach Wahlschluss keine „Hochrechnungen“ mehr geben.

Die Meinungsforscher werden mit Exit-Polls1 arbeiten müssen. Es wird also (noch) spannender.

Sieger ist die Demokratie“

Zitat Heinz-Christian Strache (FPÖ) in seiner heutigen Pressekonferenz. Nein, er wolle sich nicht selbst oder seine Partei als Sieger bezeichnen. Es bestehe auch „kein Grund zum Jubeln oder zur Aufregung“.

Vielmehr gäbe es: „Einen Grund anzuerkennen, wie schnell, umsichtig und transparent meine Beschwerdeführung beim VfGH gesichtet, geprüft und beurteilt wurde. Es ist ein Gewinn für den Rechtsstaat, die Demokratie und die Bürger.

Manipulation?

Strache im Wortlaut: „Noch einmal zur Klarstellung: Es ist eben auch nicht festgestellt worden, dass keine Manipulation stattgefunden hat. Die VfGH-Entscheidung ist sehr neu gewesen, auch mit der Einbindung der Öffentlichkeit. Die Entscheidung ist daher ein Gewinn für unsere Demokratie“.

Historisch und positiv

So, die Worte von Heinz Fischer, dem scheidenden Bundespräsidenten. Auch er sieht sich bemüßigt, das VfGH-Urteil als Gewinn zu verkaufen. Letztlich würde dieses Urteil“ positiv für Österreich sein“.

Kandidat Hofer ist bis zur neuerlichen Stichwahl Teil des interemistischen BP-Teams (bestehend aus den insgesamt drei NationalratspräsidentInnen: Doris Bures (SPÖ), Karlheinz Kopf (ÖVP) und Norbert Hofer, FPÖ)!

Ob das zulässig ist oder nicht – fragen Sie das… ?

Eine klare, rechtliche Regelung gibt es meines Wissens nach hierfür nicht.

Nobert Hofer erklärt bei der Pressekonferenz jedenfalls, „sich als Dritter Nationalratspräsident nicht karenzieren zu lassen. Dies wäre ein „riesen Fehler“, sei doch die Erfahrung, die er mitbringe, in dieser Situation von Vorteil“.

Herr Hofer kann also schon mal „üben“. ‚Alexander Van der Bellen nicht.

Und was wäre eigentlich, wenn einer der beiden Kandidaten (Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer) seine Kandidatur jetzt zurückziehen würde? Ist dann der andere „automatisch“ Präsident, oder rückt der/die Dritte des ersten Durchgangs nach (das wäre Irmgard Griss).

Ich poste die Frage auf Facebook und erfahre, dass es hierfür „keine klare Rechtsmeinung“ gibt. Folgende Varianten wären möglich:

  1. sofortige Neuausschreibung – oder
  2. eine Ja-/Nein-Abstimmung über den verbliebenen und bei Nein Neuausschreibung oder
  3. eine Nachnominierung durch Zustellungsbevollmächtigten

Unsere Judikatur sieht diesen Fall nicht vor? Ich bin mehr als erstaunt.

Und die Lehre aus der G‘schicht –

Es wurde gemurkst, es wurde vielleicht ein bisserl, oder doch nicht manipuliert. Ganz okay war es jedenfalls nicht. Egal! Wir wählen einfach noch einmal. Und diesmal ordentlich! Bitteschön!

Wobei – da gibt es noch ein echt-österreichisches Schmankerl!

Laut Gesetz wird der Job des Bundespräsidenten bei Stimmengleichstand ausgelost.

Ernsthaft!

Siehe §18 Bundespräsidentenwahlgesetz:

Bei gleicher Stimmenanzahl entscheidet das vom Bundeswahlleiter zu ziehende Los“

Na, dann!

 

Gibt’s nur in Wien: PR-Budget für die Bundespräsidentenwahl 2016

Wien ist anders“ | Teil 1

Der Wiener Kulturausschuss hat heute 1,1 Millionen Euro netto Budget – also Steuergeld – genehmigt, um die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Fritz Aichinger, einziges ÖVP-Mitglied im Ausschuss, sowie Vertreter der FPÖ und NEOS haben, wie bereits im Vorfeld angekündigt, dagegen gestimmt. Geändert hat das – aufgrund der rot-günen Mehrheit – freilich nichts.

[Quellen: NZZ.at und Die Presse.com]

Kurios! Dreist?

Egal?

Bei der letzten Bundespräsidentenwahl im Jahr 2010 lag die Wahlbeteiligung österreichweit bei 53,57 % (inkl. Briefwähler).

Die Wiener und Wienerinnen entsprachen in etwa diesem Wert mit einer Wahlbeteiligung von 51,71 %, obwohl auch damals schon Geld für eine Kampagne locker gemacht wurde.

Gebracht hat das alles wenig, denn Wien landete nicht etwa auf dem 1. Platz puncto Wahlbeteiligung, sondern es war das Burgenland mit 67,31 %. Weit abgeschlagen übrigens Vorarlberg mit 37,73 %.

[Quelle: http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_wahlen/bundespraes/bpw_2010/Ergebnis.aspx]

Eindrucksvoll liest sich auf den ersten Blick die Wahlbeteiligung aus dem Jahr 2004 mit imposanten 71,6 %. Österreichweit. Damals bestand allerdings noch Wahlpflicht.

Zur Sinnhaftigkeit einer Imagekampagne sagen die angeführten Zahlen wohl genug aus. Bleibt die Frage: Was steckt dahinter? Wozu das alles?

Ich mutmaße mal.

Es wird eine „Agentur“ beauftragt. Oder – nein, gleich mehrere! Je mehr, desto besser. Das Geld will ja breit gestreut, soll heißen sinnvoll verteilt – Pardon! – sinnvoll eingesetzt werden. Und für die jeweilige Aufgabenstellung müssen Spezialisten ran. Eine Agentur hierfür, eine dafür. Selbstredend völlig partei-unabhängige Agenturen. Und die Nebenkosten nicht vergessen!

Ob und welches Naheverhältnis zwischen Agentur(en) und SPÖ vorliegt, wird zu beobachten sein.

Als Wienerin erwartet mich dann also eine Flut an lästigem Werbematerial in meinem Postkastl, das mich über die Wichtigkeit, mein Wahlrecht zu nutzen, informiert.

Vielen Dank! Weiß ich.

Ich werde es entsorgen. Im Altpapier-Container, selbstverständlich. Dort holt es dann die Müllabfuhr ab, die ich auch mit meinem Steuergeld bezahle. Egal. Müll ist Müll, in Wahlkampfzeiten halt ein bisserl mehr.

Dafür wird das Wiener Straßenbild (möglicherweise) nicht durch Konterfeis der KandidatInnen verschandelt. Denn 4 der 5 (fixen) KandidatInnen, Irmgard Griss, Alexander Van der Bellen, Rudolf Hundstorfer (SPÖ), Andreas Khol (ÖVP) und Norbert Hofer (FPÖ), diskutieren im Rahmen eines „Fairnessabkommens“ über einen Plakatverzicht. Norbert Hofer bzw. Vertreter seines Wahlkampfteams werden daran nicht teilnehmen, denn die FPÖ ist „immer fair“.

Das finde ich erfreulich. Nicht die FPÖ-Fairness, sondern den möglichen Plakatverzicht. Zumal die leidigen Dreiecks-Ständer wahrlich keine Zier für Wien’s Bäume sind und im Verlauf des Wahlkampfes gerne als kreative Fläche genutzt werden.

Während also die KandidatInnen ihre Wahlwerbung (möglicherweise) deutlich reduzieren werden, sieht sich die Wiener Stadtregierung bemüßigt, ihre Bürgerinnen und Bürger mit Wahlbeteiligungswerbung zu beglücken.

Is‘ ja nur Steuergeld. Und das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Alles klar! Wien ist anders.

Über Geburtstage (40+)…

Ich erinnere mich noch gut an den 40. Geburtstag meiner Eltern. Und an ihren 50. Und die jeweils großen Feiern.

Die Töchter, meine Schwester und ich, brav dabei. Heile Welt. Eintracht. Schöner Schein.

Heute habe ich Geburtstag. Meinen 46. Und diese Zahl, die eben eine Zahl ist, fühlt sich unwirklich an.
Umgekehrt stellt sich die Frage: Wie würde sie sich „wirklich“ anfühlen?
Ich bin 46. Punkt.

Ich erlebe, dass meine Generation, die Kinder der Ende 60er/Anfang 70er, alles jenseits der 30 als unwirklich empfinden.

Wir blicken auf unsere Eltern. Wohin auch sonst. Schließlich brauchen wir einen Vergleich. Wollen uns orientieren. Damit die Zahl fassbarer wird.

Unsere Eltern sind Kinder der Nachkriegszeit und junge Erwachsene des Wirtschaftswunders. Haben es „zu etwas gebracht“. Sind jetzt im Ruhestand. Oder nicht. Egal.
Aber Sie rasten nicht. „Wehe dem, der rastet!“

Sie haben Geld. Und vorgesorgt. Und sind jetzt endlich bereit und in der Lage, „das Leben zu genießen“.
Zumindest sagen sie das.

Bald werden sie 70 sein. Und das fühlt sich genau so „unwirklich“ an wie meine 46.

Jetzt fällt mir auf, dass meine Eltern Jahrgang 1946 sind.
Nette Zahlen-Koinzidenz.

Als meine Eltern so alt waren wie ich heute, hatten sie ein Haus gebaut.
Waren – immer noch! – verheiratet. Hatten zwei erwachsene Töchter. Jeweils ein Auto. Und Arbeit.

Es war 1992. Und ich war gerade mal 23.

Genug des Zahlenspiels. Und Schluss mit dem Vergleich.

Gemessen an den Werten und Zielen meiner Eltern schneide ich zwangsläufig schlecht ab.

Ich habe weder Haus noch Kinder. Ich habe praktisch gar nichts von all dem, das sie „erreicht“ haben. Und das ist gut so. Und logisch. Denn ich habe all das nie angestrebt.

Stellt sich die Fragen: Was habe ich angestrebt?

Im Grunde nichts.
Oder doch: Ich wollte ein glückliches Leben!
Einfach nur „ein glückliches Leben“.

Und ich wusste früh, dass sich mein Verständnis und die Vorstellung dessen, was „ein glückliches Leben“ ist, laufend ändern würde.
Von Jahr zu Jahr. Von Geburtstag zu Geburtstag. Manchmal bewusst. Manchmal unmerklich.

Da saß ich dann. Mit 30. Inmitten einer großen Feier.
Oder mit 40. Und fühlte mich alt.
Worüber ich mit 45 schon wieder lachte.

Ich lerne.
Und was ich will, ist immer noch dasselbe: Ein glückliches Leben!

Über Job-Suche, „Aufstehen, Krönchen richten & Weitergehen“ und „Was auch mal gesagt werden muss!“

5 Sätze, die man(n)/frau nach einem Jahr Job-Suche nicht mehr hören kann und will!


1. „Kopf hoch, das wird schon! Du musst nur dranbleiben!“

Ja eh. Danke, das weiß ich. Schon allein deswegen, weil ich einfach einen Job brauche und natürlich auch will. Ich brauche ihn, um meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können und ich brauche ihn für mein Selbstvertrauen. Ich will schließlich für mich selbst sorgen (können). Arbeitslosigkeit ist alles andere als ein Honiglecken, die soziale Hängematte extrem unbequem und je länger die Suche dauert, desto schwieriger ist es, positiv zu denken.

2. „Wer wirklich einen Job sucht, bekommt auch einen!“

Ach ja? Interessant… Bitte vormachen! Und dabei folgende Kriterien berücksichtigen: Beruf, Branche, Alter, Dauer der Arbeitslosigkeit, Gehalt. Zu letzterem: Sorry, aber ich kann nicht jeden Job annehmen, denn ich wohne nicht mehr bei Mutti! Ich bin kein DINK (Double-Income-No-Kids). Ich habe nicht mal ein Auto, aber meine Fixkosten betragen nun mal € 1.000 pro Monat (= umgerechneter Gesamt-Jahresaufwand. Anmerkung: Hier sind noch keine Kosten für Essen, Kleidung, etc. inkludiert, geschweige denn ein Betrag, um Rücklagen zu bilden, mir einen Urlaub zu leisten oder sonstiges). Sollte ich also die Gnade erfahren, einen Job für € 1.500 tatsächlich zu bekommen, so kann ich ihn einfach nicht annehmen, denn dann zähle ich ganz rasch zur steigenden Zahl der „Working Poor“. Vom Gefühl der Ausbeutung angesichts meiner Qualifikation gar nicht zu reden.

3. „Die Arbeitsmarktlage ist einfach miserabel, es liegt nicht an dir! Du darfst das nicht persönlich nehmen!“

Oh, es ist nicht persönlich?! Hat nichts mit mir zu tun? Hm…
Sorry! Fakt ist: Die Angelegenheit könnte gar nicht persönlicher sein! Und die schlechte Wirtschaftlichslage tröstet mich nicht. Gar nicht – leider. Im Gegenteil sie ist unter anderem mein Problem!

4. „Ich versteh auch nicht, wieso es nicht bei dir klappt?! Du hast doch einen Super-Lebenslauf… Das ist wirklich ärgerlich! Ich drück dir jedenfalls ganz fest die Daumen!“

Danke, ich drück mir auch die Daumen. Täglich! Mehrmals! Meine Daumen sind schon ganz wund. Vom Drücken und vom Bewerbungen schreiben. Und verstehen tu ich es auch nicht, da sind wir schon zwei. Ändert aber nix!

5. „Hast du schon mal nachgefragt, woran es liegt?“

Nein. Ganz ehrlich. Wozu denn bitte? Damit ich höre oder lese, dass ich eigentlich eh eine ideale Kandidatin war, aber doch jemand anderem der Vorzug gegeben wurde. Oder ich in Evidenz gehalten werde (Juhu, ich lande in der Rundablage!). Oder vielleicht jemand so ehrlich wäre, zu sagen, ich bin schlicht zu teuer. Oder (neueste Erkenntnis): Mein/e Vorgesetze/r ist jünger – das könnte problematisch werden… Was auch immer. Es hat nicht sollen sein. Ich kann schon froh sein, wenn ich überhaupt die abschlägige Nachricht bekomme (Danke, jetzt weiß ich wenigstens Bescheid!), denn ein Großteil meldet sich einfach gar nicht mehr. Das ist im Übrigen eine der extrem frustrierenden Aspekte bei der Jobsuche: Ausschreibung finden, maßgeschneidertes Bewerbungsschreiben verfassen, verschicken – und dann: Kein Echo!

Und nun das Highlight – und daher ohne Nummerierung:

Früher oder später wird es schon klappen! Du musst nur fest dran glauben!“

Wie schön! Und WANN bitte wird es klappen? Wenn ich das wüsste, ginge es mir in vielerlei Hinsicht besser. Ich würde leichter einschlafen, hätte weniger Ängste, könnte auch mal die viel zu viele „Freizeit“ (die sich gar nicht „frei“ anfühlt) genießen, abschalten, mir vielleicht wieder eine Kleinigkeit leisten, sprich gönnen (denn seit Monaten gönne ich mir so gut wie nichts, weil ich das Gefühl habe, nichts zu verdienen, mir nichts leisten zu können, mir nichts gönnen zu dürfen, und so weiter und so fort…). Mit Ausnahme des Friseurbesuches, denn ich könnte ja ein Vorstellungsgespräch haben…


Und zum „Dran-Glauben“: Hier wird die Sache wirklich eng. Sobald ich diesen Satz höre, werde ich extrem wütend. Was soll das heißen? Ist Job-Suchen/Finden eine Glaubenssache/-frage? Soll ich für einen Job beten? Steigt und fällt mein „Glück“ tatsächlich mit dem „Glauben“?
An alle, denen dieser Satz schon mal über die Lippen kam:

Sorry, das ist einfach nur Schwachsinn!

Denn es suggeriert wie all die anderen Sätze:

„Es liegt an dir!“ – Danke, das wirft mich dann endgültig unter den Tisch… und war doch eigentlich, was ihr mir nicht sagen wolltet, oder?

Über den PRVA und die FRAGE: Was tut der Verband eigentlich für PR-EPU?

Am 16. April 2015 feierte der PRVA, Public Relations Verband Austria – Vereinigung österreichischer Kommunikationsfachleute- seine 40-Jahr-Feier.

Seit der Gründung im Jahr 1975 als „PR Club Austria“ von fünf Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen, wuchs der Verband auf mittlerweile 730 Mitglieder an. Das ist durchaus ein Erfolg! Aber: Wer steckt hinter diesen nunmehr 730 Mitgliedern?

Ich erinnere mich, als ich vor über 10 Jahren meine Ausbildung zur „Geprüften PR-Assistentin“ absolvierte, die das bfi (Berufsförderungsinstitut Österreich) in Kooperation mit dem PRVA damals anbot. Günstig war die Ausbildung nicht, aber sie war gut. Sehr gut sogar, weil praxisbezogen und eine hervorragende Basis für den PR-Berufseinstieg, auch ohne Studium jedweder Art.

Ich hatte sehr bald das Bestreben, Mitglied des PRVA zu werden, um das Netzwerk, die Weiterbildungs-, Networking- und Veranstaltungsmöglichkeiten zu nutzen. Die Sache hatte allerdings einen Haken: Ohne „Bürgen“ aus der PRVA-Reihe ging damals gar nichts. Und selbst dann war die Mitgliedschaft mit erheblichen Kosten verbunden.

Das Konzept und die Kosten für eine Mitgliedschaft wurden mittlerweile neu konzipiert. Und dennoch: Was mich während meiner Tätigkeit als selbständige PR-Beraterin (2009 bis 2013) störte (und immer noch stört):
Wo ist der Blick auf – und die Berücksichtigung der zahlreichen selbständigen PR-BeraterInnen, die als EPU tätig sind? Und stetig mehr werden?
Für sie gibt es keine eigene Form der Mitgliedschaft! Sie werden weder als wertvolle und „besondere“ Mitglieder (weil eben keine Agentur(en) im herkömmlichen Sinne) eingebunden, noch gibt es spezifische EPU-Angebote, geschweige denn die bereits erwähnte, eigene und leistbare Form der Mitgliedschaft. Seitens des PRVA sehe ich hier keinerlei Wertschätzung für die vielen PR-BeraterInnen, die oft mit den „großen“ Agenturen zusammenarbeiten. Innerhalb „ihres“ Berufsverbandes bleiben sie ein blinder Fleck, der Verband agiert als gäbe es sie nicht. Oder sie sind dem Verband schlichtweg egal.

Das ist unzeitgemäß und steht einem Verband nicht gut an. Insbesondere wenn es auch um „Eigen-PR“ und die Verantwortung und Funktion als Berufsverband geht.

Ich persönlich suche seit fast einem Jahr eine Anstellung als PR-Beraterin und wäre:

(a) sehr gerne Mitglied des PRVA, um mich vernetzen zu können – verbunden
(b) mit dem Angebot, dem PRVA mit meiner Expertise und Erfahrung als (ehemals) selbständige PR-Beraterin zur Verfügung zu stehen (EPU-Expertin, mit jahrelangem Engagement als ehrenamtliches und aktives Mitglied der „Amici delle SVA“, die sich für eine grundlegende SVA-Reform engagieren).
(c) sehr gerne Mitglied meines Berufsverbandes, der zahlreiche Veranstaltungen bietet und für Weiterbildung, Vernetzung, Verbundenheit, Reflexion, etc. sorgt.
(d) sehr gerne beim „Österreichischen Kommunikationstag“ dabei (Kostenbeitrag: € 390,-, die ich mir beim besten Willen nicht leisten kann).

Eben dieser in Kürze stattfindende „Österreichische Kommunikationstag“ (28. Mai 2015) war und ist für mich der Anlass, den Verband darauf hinzuweisen, dass sich die PR-Agentur-Landschaft innerhalb der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte grundlegend verändert hat, und EPU leider auch seitens des Verbandes in für mich keinster Art und Weise berücksichtigt und eingebunden werden.

In diesem Sinne, werter Verband: Geben Sie selbständigen PR-BeraterInnen Raum und Support. Profitieren Sie von ihrem Know-how und bieten sie ihnen eine leistbare Form der Mitgliedschaft an!

LINKS:
PRVA
PRVA-Facebook Seite
PRVA – Formen der Mitgliedschaft
PRVA OTS-Presseinfo_40-Jahre-Jubiläum mit Rückblicken, Einblicken und Ausblicken
Österreichischer Kommunikationstag 2015

OFFENER BRIEF zur Etat-Vergabe der SVA an die Agentur D,M&B

Offener Brief an SVA-Obmann-Stv. Alexander Herzog und Mariusz Jan Demner

Sehr geehrter Herr Herzog!
Sehr geehrter Herr Demner!

Wir brauchen keinen „frischen und modernen SVA-Look“ – wir brauchen eine REFORM!

Laut Presseinfo vom 26. März „konnte sich Demner, Merlicek & Bergmann im Rahmen eines mehrstufigen Ausschreibungsverfahrens einen neuen Etat holen – und zwar setzt die SVA, die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft, in der Gesamtkommunikation fortan auf die Kreativschmiede aus der Wiener Lehargasse.“

Sie, Herr Herzog, erklären in der Pressemeldung: „Wir freuen uns, gemeinsam mit der Agentur, allen Kunden unsere Leistungspakete in einem frischen und modernen Look zu präsentieren. Darüber hinaus ist es uns wichtig, unsere Informationen zu fokussieren, um dadurch einen größeren Nutzen für Selbstständige zu erreichen.“ (Auszug aus der Pressemeldung auf horizont.at, http://www.horizont.at/home/detail/dmb-kommuniziert-fuer-die-sva.html)

SVA-Versicherte sind keine „Kunden“, sondern Zwangsmitglieder. Wären sie Kunden, könnten sie sich aussuchen, in welchen „Shop“ sie gehen. Dieser permanente Euphemismus ist nur eines von vielen Beispielen des steten Schönredens über Leistungen, Service und dem Interesse an Verbesserungen.

Wir, die „Amici delle SVA – Initiative für ein gerechtes Sozialversicherungssystem für Selbständige“ kennen die „Leistungen“ der SVA sehr genau. Vor allem aber kennen wir die Fallstricke des unzeitgemäßen SVA-Systems, seine Hürden und Ungerechtigkeiten, wie beispielsweise den 20%igen Selbstbehalt.
Seit 2011 kämpfen wir für eine Reform des SVA-Systems. Mittlerweile umfasst unsere Facebook-Gruppe rund 9.600 Mitglieder. OFFENER BRIEF zur Etat-Vergabe der SVA an die Agentur D,M&B weiterlesen

Die „HIRING-CHALLENGE“ ist im Gange!

Virales Marketing in eigener Sache – Kann das funktionieren?

„Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Lösungen.“

Stimmt. Aber nur bedingt.

Erstens ist meine Situation nicht extrem außergewöhnlich: Ich suche einen Job – schon seit einigen Monaten und bin damit nicht allein, denn so geht es hierzulande vielen Menschen.

Zweitens ist der Lösungsansatz für mich ebenfalls nicht außergewöhnlich. Denn ich tue, was ich am besten kann: Ich nutze meine Kreativität und mein PR & Marketing Know-how in eigener Sache.

So entstand die Idee der „Hiring-Challenge“.
Die „HIRING-CHALLENGE“ ist im Gange! weiterlesen

Über das JAMMERN (auf hohem Niveau)

Gedanken über positives Denken

„Man nehme hin, was man nicht ändern kann,
man habe den Mut, das zu ändern, was man ändern kann
und man habe die Klugheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ (Augustinus)

Gut, das Wetter kann ich nicht ändern und habe demnach schlicht die Tatsache hinzunehmen, dass es seit drei (!!!) Tagen fast ohne Unterlass regnet. Klingt vernünftig und vor allem logisch. Daran kann ich nun wirklich nichts, aber auch gar nichts ändern.
Außer vielleicht meiner Einstellung. Denn immerhin sitze ich in meiner Wohnung, habe es mehr oder weniger warm und kuschelig (ein Dach über dem Kopf!), während es draußen schüttet. Sollte mir kalt werden, kann ich die Heizung aufdrehen oder ein Bad nehmen. Über das JAMMERN (auf hohem Niveau) weiterlesen

Über das SCHREIBEN

„Ich habe meinen ersten Blog-Artikel geschrieben“, erzähle ich meiner Mutter. Sie will gar nicht wissen worüber, sondern kontert „Du solltest ein Buch schreiben. Ich sag dir das schon lange!“

Ja, sicher. Ich könnte, ich sollte, ich hätte sogar Zeit! Ein Buch, das ist mein Lebenstraum. Schon als Teenager habe ich das gewusst und beschlossen eines Tages ein Buch zu schreiben. Genau wie meine beste Freundin. Sie würde es tun, ich würde es tun. Schreiben. Wir beide, immer im Einklang, synchron, symbiotisch, unzertrennlich. Über das SCHREIBEN weiterlesen